In einem Land, das einige zu der „Achse des Bösen“ zählen, vermittelt die Musik den isolierten Studenten eine universelle Sprache.
Alexander Liebreich ist der erste und einzige europäische Dirigent, dem erlaubt wurde, nach Nordkorea einzureisen und mit nordkoreanischen Studenten zu arbeiten. 10 Tage lang hatte er die Gelegenheit, mit einer Gruppe von Studenten Musik zu erarbeiten, die sie noch nie gehört hatten.
Pyöngyang Crescendo stellt zwei Studenten in den Fokus: Die energische aber schüchterne Frau O Un Mi und ihren Kommilitonen Herr Han Song Hjong. Frau O dirigert das tief melancholische Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie, muss aber gegen das Vorurteil ihres Lehrers ankämpfen, dass Frauen Mahler nicht angemessen dirigieren können. Wird sie sich vor dem Örchester öffnen und ihre innere Stärke zeigen können?
Herr Han soll ein Werk des Komponisten Hartmann dirigieren, das während der 30er Jahre in Nazi-Deutschland entstand. Bei den Nazis galt es als „entartete Musik“ und die erste Aufführung dieses Werkes in einem totalitären Staat wie Nordkorea ist mehr als eine Aussage.
Filmemacher haben nur selten die Möglichkeit in Nordkorea zu arbeiten und wenn, dann nur unter sehr besonderen Bedingungen. Üblicherweise wählt das Regime die Personen aus, die interviewt werden und die meisten Szenen werden für die Kamera inszeniert.
Pyöngyang Crescendo ist anders. Obwohl die Filmemacher die Studenten nicht interviewen durften, durften sie beim Unterricht dabei sein und frei an der Universität für Musik und Tanz in Psyöngyang drehen. Auch wenn Orchester und Studenten in den Proben Fehler machten, der Dreh wurde nicht unterbrochen. Eine einzigartige Gelegenheit in einem Land, in dem jede Unvollkommenheit vor der Außenwelt versteckt wird.